Burg des Monats

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Donnerstag, 23. Februar 2006

Der Rheingrafenstein bei Bad Münster am Stein

von Wolfgang Ziegler (registriertes Mitglied)

1. BURGINFOS

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Burgname: Rheingrafenstein

Ort: Bad Münster am Stein-Ebernburg

Staat: Deutschland

Bundesland: Rheinland-Pfalz

2. ALLGEMEINE INFORMATIONEN

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Anfahrt: über Bad Kreuznach Richtung Kuhberg bis zur Gaststätte Schloss Rheingrafenstein

Parkmöglichkeiten: bei der Gaststätte

Zugänglichkeit: jederzeit / Eintritt: keiner Gastronomie (auf der Burg): keine Übernachtungsmöglichkeit (auf der Burg): keine

allg. Infos:

Regionalkrimi Todespforte am Rheingrafenstein", siehe:

http://www.naheland-krimi.de/

3. HISTORIE

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Historie der Burg:

Im 12. Jahrhundert befand sich die Burg in Besitz von Ritter Wolfram VI.

Er gab ihr als erster Rheingraf vom Stein auch den Namen Rheingrafenstein.

1620 eroberte sie der spanische General Spinola 1688 Sprengung durch die eingefallenen Franzosen

4. BILDER

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bruecke_thumb.JPG
Zugang über Brücke

 

 

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Gewölbekeller

 

 

 

 

 

   

blickZurEbernburg.JPG
Ausblick zur Ebernburg über die Nahe
Burg vom Huttental aus gesehen
Burg vom Huttental aus gesehen

 

 

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Aussenmauer

 

Das wildromantische Nahetal bei Bad Münster am Stein-Ebernburg beherrscht die Ruine des sagenhaften Rheingrafenstein. Der Teufels selbst soll die einst vieltürmige Burg auf dem schmalen Stein erbaut haben ..., so berichtet es jedenfalls die Sage. Etwas unterhalb dieser von den Franzosen 1688 geschleiften schlossähnlichen Burg stand im frühen Mittelalter noch eine kleinere und eigenständige Feste - es war der kaum bekannte Affenstein. Nur wenige Trümmer erinnern noch seine Existenz. Zugang hatte die kleine Burg vom Huttental aus. Der Weg zu ihr ist allerdings längst zerfallen und verschüttet. So gut wie vergessen ist auch die kleine Harfnerhöhle, hoch oben im Felsengewirr beim Rheingrafenstein, wo ein mittelalterlicher Barde - wohl ein Eremit - weit über das idyllische Nahetal seine Harfenklänge erklingen ließ. Ein sehr weitverzweigtes Stollensystem soll sich an der Nahe und im Bereich des Huttentales befinden. Die Stolleneingänge der alten Silber- und Kupferbergwerke liegen mitunter dicht über dem Wasserspiegel des Flusses. Weitere Erzstollen führten höher am Hang - Richtung Rheingrafenstein - in den verwitterten Fels. Sie stammen wohl aus dem frühen Mittelalter, genau ist es aber nicht bekannt.

Im 12. Jahrhundert befand sich die Burg in Besitz von Ritter Wolfram VI.

Er gab ihr als erster Rheingraf vom Stein auch den Namen Rheingrafenstein. 1620 gelang dem spanischen General Spinola die Eroberung des markanten Gemäuers über dem Nahetal. Doch ihre Sprengung im Jahr 1688 bewerkstelligten die eingefallenen Franzosen. Die Legende berichtet, dass sie den alten Rheingrafen unter dessen lautstarken Protest auf seinem Sessel aus der Burg tragen mussten, bevor sie die Pulverfässer zündeten. Die heute nur wenigen Reste des einst so malerischen Schlosses Rheingrafenstein erheben sich aber noch immer eindrucksvoll auf dem 137 Meter steil über die Nahe emporstrebenden Porphyrfelsen, der in lange vergangenen Zeiten auch "Rubinstein" genannt wurde - wohl ob seines kräftigen roten Leuchtens im Licht der untergehenden Sonne.

Südwestlich der eigentlichen Burg finden sich noch heute die Relikte der kleinen Vorburg (Affenstein), deren kühne Errichtung auf dem steilen Felsenriff Rätsel aufgibt. Doch tief unterhalb der Bastionen der Hauptburg ist ein zu betonierter Tunneleingang auszumachen, dem sich außen eine steile Schräge des Berghanges anschließt. Und wohl nur über diese abschüssige Kluft wäre es möglich gewesen, Baumaterial Richtung Vorburg zu transportieren. Die letzten Meter vom Ende der schrägen Klamm geht es ziemlich eben zu dem Platz, der Affenstein steht. Der mysteriöse Tunnel unter der Hauptburg jedoch, muss tief unter den Rheingrafenstein führen und noch heute zumindest teilweise existieren. Ein am oberen Ende des Betonverschlusses offen gelassenes Flugloch für Fledermäuse spricht hier eine mehr als deutliche Sprache... Bei Recherchen wurde dem zudem Autor bekannt, dass der heute verschlossenen Tunnel unter der Burg tatsächlich tief in den Felsen führt. In ihm befinde sich auch ein senkrechter Schacht zu den Bergwerken des nahen Huttentales. Und in diesem wäre sogar ein Förderkorb für Personentransporte installiert gewesen, weiß ein Insider, der bei Sanierungsarbeiten in den 80er Jahren dabei war. Silber, Kupfererze und Quecksilber habe man im Mittelalter dort gesucht. Die alten Stollen finden sich noch heute im Tal. Mit dem Quecksilber sollte übrigens eine Art Veredelung von Erzen betrieben werden, was die Kirche als Hexerei und schwarze Künste verbot und verfolgte.

Ergänzung vom 18.3.06 :

Geheimes Bergwerk?

Vermauerter ZugangUnterhalb eines erhaltenen Bauabschnittes der Burgruine Rheingrafstein befindet sich in der Tiefe ein weiteres Gewölbe. Der Zugang ist heute allerdings ebenfalls nicht mehr passierbar. Auch von dort aus ging es in die Bergwerke des Huttentals hinab, ist der Insider weiter überzeugt.

Somit hätten die Rheingrafen vom Stein direkten Zugriff zumindest auf einen Teil der Stollen beim Huttental gehabt. Das Fördergut landete über den schon genannten Haspelschacht so direkt in den Gewölben im geschützten Burgbereich. Doch die Historie und die bislang vorhandenen Quellen berichten seltsamerweise nichts über einen Abbau von Erzen durch die Rheingrafen vom Stein. Hatten diese hier vielleicht ein eigenes und geheimes Bergwerk betrieben? Aufschluss darüber könnte wohl nur eine Öffnung der seit Jahrzehnten verschlossenen Zugänge geben.

 

Text und Fotos Wolfgang Ziegler

(Alle Rechte an Text und Fotos beim Autor)

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 6. Dezember 2007 )
 
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