Koppenstein
Samstag, 18. Oktober 2008

Der Koppenstein  – Burgruine mit vergessener Stadt

 

Im Hunsrück steht die Burgruine Koppenstein, von der es eine recht merkwürdige und völlig vergessene Sage gibt. Diese ist übrigens kaum bekannt und wurde nur durch puren Zufall in einer alten Heimatzeitschrift gefunden. Die Sage beinhaltet, dass sich auf dem Burgberg gar eine ganze Stadt befand, in der es drei Brunnen gab. Und um einen der Brunnen geht es. Als man die Burg wieder einmal lange belagerte (wahrscheinlich 30-jähriger Krieg) wurde das Wasser im Brunnen knapp, was schon immer wenig war. Man grub also mit letzten Kräften den Brunnen tiefer, als plötzlich tief unten die Brunnenwand an einer Stelle einfiel. Hinter der entstandenen Öffnung zeigte sich ein: „ ... riesiger Hohlraum, in dem man wohnen konnte und in dem es sogar genügend Nahrung gab. Ihre Sorgen waren beendet“, so steht es merkwürdigerweise im Text der Legende. Stießen die nur noch wenigen Bewohner dort also auf Wasser und Licht und sogar auf genügend Nahrung - wie immer man das verstehen mag. Die Burgleute, von denen man mehrfach betonte, dass es friedfertige Menschen waren, zogen also mit Sack und Pack in die Höhle/Hohlraum,. Die Belagerer der Burg waren ihrerseits überrascht über das plötzliche rätselhafte Verschwinden der Angegriffenen, als sie die Festung schließlich widerstandslos einnahmen. Die Burgbewohner sollen nach ihrem Gang in die Tiefe alle Brunnen verschlossen haben, damit sie nicht verfolgt werden konnten, heißt es weiter. Doch sie kommen „aller 100 Jahre“ mit zwei Kundschaftern an die Oberfläche zurück, um zu sehen, was sich dort tut - so der sagenhafte Bericht abschließend. Also haben sie wohl irgendwie einen verborgenen Zugang gelassen, wenn man der lokalen Sage glauben will. Hat sich der Autor der Sage das nun alles einfach ausgedacht? Oder ist die Burgbesatzung damals durch unterirdische Gänge geflohen und ist so die Sage entstanden? Burg und die Stadt fielen jedenfalls im Mittelalter wüst. Über ihre vorsätzliche Zerstörung ist nichts bekannt. Die Bauten verfielen im Laufe der Zeit anscheinend von selbst. Ein Brunnen ist offiziell erwähnt und im Grundriss eingezeichnet. Auf der Bergkuppe ist zudem ein vorzeitlicher Ringwall nachgewiesen. Die letzte Bewohnerin war übrigens Maria Margarete Rostenstein, genannt das „Koppensteiner Gretchen“, die am 5. Januar 1821 im Alter von 72 Jahren dort selbst starb und auf einem nahen Dorffriedhof beerdigt wurde. Sie hatte ihre Wohnung anfangs in der Höhlung am Fuße des Turmes. Die Freifrau von Schmidtburg ließ ihr später ein kleines Häuschen bauen. Auch dieses ist aber im Laufe der Jahre ganz verfallen. Was bewog diese Frau, anscheinend hartnäckig und offenbar völlig alleine an der lange verfallenen Ruine bis zu ihrem Tode auszuharren? Doch darüber gibt es ebenfalls keinerlei verlässliche Nachrichten mehr...
 

Die Beschreibung der geheimnisvollen Höhlung unter dem Burgberg, der aus vulkanischem Gestein besteht, hat auf jeden Fall seltsamerweise große Ähnlichkeit mit der sagenhaften Welt Agarthi; auch dort herrscht Friedfertigkeit und die Höhlen/Tunnel sind bewohnbar. Nahrung, Wasser und Licht sollen sich dort offenbar ebenfalls reichlich finden. So müsste es auch in der sagenhaften Höhle gewesen sein, den nur auf diese Weise konnten die geflohenen Bewohner der Stadt/Burg jahrelang oder gar noch länger überleben - wie gesagt, eine sehr seltsame Sage. In der Umgebung von Maria Laach (Kloster und alter Vulkansee in der Eifel) soll ebenfalls ein Zugang nach Agarthi liegen, wird in Insiderkreisen berichtet - oder ist damit gar dieser Burgberg gemeint? Immerhin liegt er im weitesten Sinne gleichfalls in der „Umgebung“ des Klosters Maria Laach. 

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Text und Fotos Wolfgang Ziegler - (Alle Rechte an Text und Fotos beim Autor)

 

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 18. Oktober 2008 )